Liebe Patienten,

die Gastroenterologische Basisdiät, auch leichte Vollkost oder Schonkost genannt, ist keine wissenschaftlich begründete Ernährungsempfehlung, sondern beruht auf Erfahrungswerten. Sie besteht im Wesentlichen aus dem Weglassen von Speisen oder Zubereitungsformen, die von mehr als 5% der befragten Personen als unverträglich angegeben wurden.

Es läßt sich also kein direkter therapeutischer Effekt erzielen, aber der Stoffwechsel und einzelne Organe werden entlastet.

Bei folgenden Erkrankungen wird eine leichte Vollkost verordnet:

  • unspezifische Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Speisen, Lebensmitteln und Getränken
  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre
  • unkomplizierte Leber- und Gallenerkrankungen
  • Chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)
  • Reizdarmsyndrom

Für die leichte Vollkost liegen die allgemeinen Empfehlungen für die Nährstoffzufuhr der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sowie die Empfehlungen für eine vollwertige Ernährung zugrunde.

Auch die empfohlene Nährstoffrelation (der prozentuale Anteil der Nährstoffe Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate) ist mit der der vollwertigen Ernährung identisch. Sie beträgt

50-55% Kohlenhydrate
30 % Fett und
15-20% Eiweiß

bezogen auf die Menge der Kalorien. Die Gesamtkalorienmenge soll für einen Erwachsenen mit mäßiger körperlicher Aktivität bei ca. 30 kcal pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag liegen. Zu beachten ist hier jedoch, daß Fett mehr als doppelt so viele kcal pro Gramm hat als Kohlenhydrate oder Eiweiß. Also soll der Fettanteil der Nahrung etwa ein Sechstel betragen.

Bei diesen Empfehlungen ist allerdings nicht berücksichtigt, daß mittlerweile ein Umdenken stattfindet, was die Zufuhr von Kohlenhydraten betrifft und einen höheren Anteil von guten Fetten in der Nahrung vorsieht.

Bei der leichten Vollkost gibt es kein Patentrezept, welches Lebensmittel in der Individuellen Lage unverträglich sein wird. Listen mit Lebensmitteln verunsichern auch eher, als daß sie helfen. Bewährt hat sich jedoch der Verzicht auf

  • Stark angebratene oder frittierte Lebensmittel
  • Fette und geräucherte Fleisch-, Wurst oder Fischwaren
  • Hart gekochte Eier, fette Eierspeisen, Mayonnaisen
  • Vollfette Milchprodukte (z.B. Sahne, Käse)
  • Fette Brühen, Suppen und Saucen
  • Große Mengen Streich- und Kochfett
  • Frisches Brot und frische oder sehr fette Backwaren, sehr grobe Vollkornbrote
  • Fette oder frittiert Kartoffelzubereitungen, Kartoffelklöße
  • Schwer verdauliche oder blähende Gemüse (Kohl, Wirsing, Sauerkraut, Lauch, Zwiebeln, Pilze, Paprika, Oliven, Gurkensalat, Hülsenfrüchte)
  • Unreifes Obst, Steinobst, Nüsse, Mandeln, Avocado
  • Fette Süßigkeiten
  • Alkohol in jeder Form, kohlensäurehaltige oder eisgekühlte Getränke
  • Große Mengen an scharfen Gewürzen, Zwiebel- oder Knoblauchpulver

Auch die Zubereitungsart spielt eine große Rolle bei der Bekömmlichkeit von Speisen. Intensive Röststoffe, wie sie beim Braten entstehen, werden häufig schlecht vertragen. Besser ist es, Fleisch, Gemüse und Beilagen eher zu kochen oder zu dämpfen.

Ein weiterer Punkt ist die Elimination von potentiell belastenden Zusatzstoffen, die sich in industriell hergestellten Lebensmitteln finden. Neben Farb- und Konservierungsstoffen handelt es sich im Wesentlichen um Milchzucker (Laktose) und Fruchtzucker (Fructose). Letzterer wird vor allem in Süßigkeiten verwendet, da er viel süßer ist als Haushaltszucker. Da der Aufnahmemechanismus für Fructose aber an den für Glucose gekoppelt ist, kommt es bei einem Überangebot von Fruchtzucker zu einer mangelhaften Aufnahme im Darm und zu einer Vergärung durch Darmbakterien mit Gasbildung.

Sorbit, ein weiterer Zucker, der natürlich vorkommt, in der Industrie aber vermehrt verwendet wird (z.B. in Pfefferminzbonbons), hemmt den Glucose-Fructose-Kotransport zusätzlich.

Es ist also sinnvoll, wenn man Diät einhalten muß, auch weitgehend auf Süßigkeiten zu verzichten.

Achten Sie zusätzlich darauf, genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Für die Klärung von spezifischen Unverträglichkeiten ist der erste Schritt, ein Ernährungstagebuch zu führen. Man notiert darin sehr penibel, welche Lebensmittel man wann und in welcher Menge zu sich nimmt, inklusive jeder Zutat, Gewürzen, etc.

Dem gegenübergestellt werden Beschwerden protokolliert. Mit etwas Glück lassen sich hier schon Zusammenhänge offenlegen.

Falls weitere Fragen vorliegen, sprechen Sie uns an!